Am Freitag ging es gleich nach dem Schwedischkurs zum botanischen Garten, welcher sich in der Nähe von Lappis (ein riesiger Studentenheimkomplex mit eigenen Geschäften und Restaurants in Uninähe) befindet. Dort verspeisten wir in schöner Umgebung unsere mitgebrachte Jause und gingen anschließend zu einem Strand, wo die Möglichkeit zu baden bestand. Außerdem hat die Student Union drei Kanus für den ganzen Tag gemietet. Diese bieten Platz für drei Personen. Für 20 SEK (2,15 Euro) pro Person durften sich Christina, ein Typ den wir dort aufgegabelt haben und der auch mitfahren wollte und ich für 1h 20 min ein Paddel schnappen. Also nichts wie rein ins Kanu und lospaddeln. Oder so. Zugegeben, wir hatten einige Schwierigkeiten gerade aus zu fahren, weil wir ja zu dritt waren und deshalb die Paddelkraft nicht gleichmäßig verteilt war. Obwohl keiner von uns vorher Kanu fahren war, haben wir es dann intuitiv richtig gemacht. Die hinterste Person wurde zum Steuermann erklärt oder in unserem Fall zur Steuerfrau. Ich durfte diese herausfordernde Aufgabe übernehmen. Wir paddelten gemütlich in der Gegend rum, merkten aber am Ende schon, dass es etwas anstrengend war.
Am Abend um 21 Uhr stand eine Party in Lappis an zu der sich so ziemlich alle Austauschstudenten angekündigt haben. Die Leute aus meinem Haus wollten unbedingt schon früh dort sein, weil sie Angst hatten, dass wir wegen Platzmangels nicht mehr in das Pub reingelassen werden. Also nahmen wir den Zug um halb neun und waren um kurz vor 22 Uhr dort. Blöderweise war außer uns noch niemand dort ;-) Dies änderte sich jedoch in den nächsten zwei Stunden und das Pub war gerammelt voll. Ich wollte den vorletzen Zug erwischen, aber der Bus hatte Verspätung, daher konnte ich der U-Bahn nur mehr winken und verpasste somit den Zug, musste 20 min auf die nächste U-Bahn warten und dann noch 15 min auf den letzten Zug. Ich freue mich schon, wenn der Sommerplan wieder auf den normalen Plan umgestellt wird. Angeblich fahren dann die Öffis regelmäßiger.
Am Samstag läutete der Wecker nach 4 Stunden Schlaf um 7. Wir (11 Leute) haben uns Singlekajaks für den ganzen Tag gemietet und die Burschen waren so motiviert, dass sie vorgeschlagen haben von 10 bis um 17 Uhr zu fahren. Um halb elf hatte dann jeder sein Kajak soweit bereit, dass wir lospaddel konnten. Für alle, die sich jetz fragen, was der Unterschied zwischen Kanu und Kajak ist: ein Kajak hat ein Doppelpaddel und beim Kanu fahren hat man nur ein einfaches. Nach 20 min gab es den ersten Zwischenfall. Matthias kippte mit seinem Kajak um. Mit Müh und Not und Hilfe von zwei anderen konnte er sich wieder ins Kajak hieven, aber dieses war jetzt voller Wasser. Wir mussten eine Stelle suche, wo er an Land gehen und das Boot umdrehen konnte. Um halb zwölf verspürten alle schon Hunger und wir suchten uns einen Strand, wo wir die Kajaks an Land zogen und jausneten und entspannten. Nach einer Stunde Pause haben wir uns schon wieder auf den Rückweg gemacht. Um zwei wollten dann schon alle die Kajaks zurückgeben. Ich und Thomas wollten aber noch ein wenig paddeln. Blöderweise befindet sich der Verleih in einer Art Bucht, welche sehr langezogen ist. Es blieb uns nichts anderes übrig, als dort im Kreis zu fahren ;-) Um drei gaben auch wir unsere Kajaks zurück. Mit den Flemingsberg-Mädels machte ich mich dann auf den Weg nach Hause.
Am Abend stand für alle, die ein Ticket ergattern konnten (22 Euro), das Swedish Dinner am Programm. Als Vorspeise wurde Gazpacho mit Knoblauchcroutons und Oliven serviert. Hauptgang war ein mit Thymian und Knoblauch mariniertes Huhn und als Beilage gebratenes Wurzelgemüse und Tzatziki. Als Nachspeise gab es einen Schokokuchen mit Schlag. Leider war ich vom Essen etwas enttäuscht. Erstens war es kein typisch schwedisches Essen und zweitens war alles kalt (auch das Huhn war Kühlschrankkalt) und der Schokokuchen etwas hart. Im Preis inbegriffen war ein kleines Glas Weißwein zu Beginn, ein kleines Bier (habe ich hergeschenkt) und 2 Stamperl Hochprozentiges. Das Rahmenprogramm war recht unterhaltsam. Jeder Gast bekam ein Song-Book und wir sangen gemeinsam diverse Lieder: schwedische, Oldies, lustige wie Birth control (Melodie von Yesterday). Und jeder hatte die Möglichkeit sich zu melden und etwas zum Abend beizutragen. Danach fand die After Party statt, zu der jeder kommen konnte. Die hat mir sehr gut gefallen, es waren sogar DJs engagiert. Mit dem letzten Zug ging es dann ab nach Hause.
Am Sonntag hieß es dann ausschlafen und nichts tun. Am Abend saßen wir noch kurz auf unserer Terasse zusammen und ich musste dann noch meine schwedisch Hausübung erledigen. Ich habe übrigens wieder beim zweiten Anlauf ein P auf meinen zweiten Aufsatz bekommen. Bis morgen müssen wir den dritten mit 200 Wörtern abgeben.
Heute, Montag der 15. August (kein Feiertag in Schweden), beschlossen ein paar Leute aus dem Schwedischkurs und ich, dass es mal wieder Zeit ist Tourist zu spielen. Zuerst waren wir in einem wunderschönen, alten Park in KTH-Nähe und jausneten und dann machten wir uns auf den Weg in die Stadt. Wir besichtigten die zwei kleinen Inseln Skeppsholmen und Kastellholmen, die durch eine Brücke miteinander verbunden sind und früher die Marinebasis beherbergten. Außerdem waren wir auch kurz im Kunglika Slottet (königliches Schloss): "Die Büros des schwedischen Königs Carl XVI. Gustaf und anderer Mitglieder der königlichen Familie befinden sich im Schloss. Es dient dem König zu repräsentativen oder zeremoniellen Zwecken während der Ausübung seiner Pflichten als Staatsoberhaupt." (Wikipedia) Ich war schon zu erschöpft um mir die Museen anzusehen, die dort beheimatet sind. Aber ich werde sicher noch einmal dorthin zurückkehren, außerdem gibt es noch so viel zu sehen in der Altstadt.
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| unser Kanu |
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| während die andern zwei paddelten, hatte ich Zeit für ein Foto ;-) |
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| Pause vom Kajak fahren (die Kajaks sieht man im Hintergrund liegen) |
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| Kungliga Slottet |
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| Verbindung zwischen Skeppsholmen und Kastellholmen |
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| auf Skoppfholmen befindet sich das Museum für moderne Kunst |
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