Montag, 24. Oktober 2011

Besuch aus der Heimat, Prüfungswoche, "The Subways"-Konzert, Tyresta Nationalpark

Von Freitag dem 07.10. bis Montag 10.10. beehrten mich Christina und Markus, zwei Studienkollegen aus Wien, in Stockolm. Leider konnte ich nicht so viel Zeit mit ihnen verbringen und ihnen die Stadt zeigen, wie ich gerne wollte. Am Montag besuchten wir noch gemeinsam das Stadshus (Rathaus). Nachdem hier auch gearbeitet wird, darf man das Gebäude nur mit Führung besichtigen. Diese dauerte 45 Minuten und war sehr unterhaltsam und lehrreich. Hier trifft sich unteranderem die Stockholmer Stadtregierung und findet jedes Jahr das Festessen anlässlich der Nobelpreisvergabe statt. Nachdem es viele Gäste gibt und die Halle nicht so groß ist, werden für jeden Gast 60 cm reserviert, nur der König und seine Familie bekommen 70 cm. Danach mussten meine Besucher leider auch schon wieder abbreisen. Ich hoffe ihr hattet ein schönes Wochenende :)

Christina, Markus und ich beim Stadshus

die blaue Halle, hier findet das Nobelpreisbanquet statt

der goldene Saal, bestehend aus einem einzigen riesigen, goldenen Mosaik

Für mich wurde es immer stressiger. Wie schon in einem Blogeintrag vorher erwähnt, war ich auch mal bis in die Morgenstunden auf um für ein Projekt zu arbeiten. In der Woche von 17. bis 22. Oktober fanden keine Vorlesungen statt, sondern nur Prüfungen. Am Donnerstagabend hatten wir unsere Projektpräsentation für Artificial Intelligence. Diese lief eigentlich ganz gut. Wir hatten nur vorher keine Zeit um sie einmal durchzugehen und redeten statt 15 Minuten 25. Außerdem wurde auch unser Report noch bemängelt, aber für das, dass wir ihn um 5 in der Früh geschrieben haben, war er nicht so schlecht und wir bekamen noch 3 von 5 Punkten ;)
Nachdem ich schon einige Tage ca. 10 Stunden pro Tag gelernt hatte, hieß es noch einmal sich ins Zeug zu legen. Der Kurs Medical Engineering war für mich mit viel Aufwand verbunden, weil man einerseits medizinisches Fachvokabular auf englisch und auch auf latein wissen musste (ein Teil der Prüfung bestand aus dem Übersetzen von Begriffen vom englischen ins lateinsiche und umgekehrt). Aber ich hatte in der Schule nie Latein und mein Englisch ist nicht so gut, dass ich weiß was zum Beispiel Nebenniere heißt. Ein Teil umfasste dann auch noch eletronische Verfahren (von dem Gebiet habe ich natürlich auch nicht wirklich viel Ahnung). Daher verließ ich in diesen Tagen nur selten mein Zimmer. Am Samstag musste ich dann um 6 Uhr aufstehen, weil ich um 8 Uhr Prüfung hatte. Nach 4 Stunden (von 5 möglichen) gab ich ab. Es war nicht ganz so schlimm wie erwartet, aber ich werde trotzdem ein paar Punkte verlieren, weil ich etwas was ich auf deutsch weiß,  nicht richtig übersetzt habe. In Schweden haben die Professoren 15 Arbeitstage zeit um die Prüfungen zu verbessern. Also heißt es mal warten...

Am Abend stand dann eine große Post-Exams-Party am Campus an. Eintritt: 11 Euro. Am selben Tag spielten auch "The Subways" in der Stadt und ich entschied mich dann für das Konzert. Bis um 22 Uhr war freier Eintritt. Nachdem die Band doch relativ bekannt ist und wir damit rechneten, dass viele Leute die Chance nutzen werden, waren wir schon um 8.10 Uhr dort. Aber wir lagen weit daneben. Außer uns waren vielleicht noch 15 Leute im Club. Dafür bekamen wir noch den "VIP-Tisch" mit viel Platz zum sitzen (wir waren doch ca. 10 Leute) und somit störte es uns nicht wirklich, dass wir noch etwas warten mussten, weil wir uns gut unterhalten haben. Wie sich herausstellte, war es gut, dass wir so früh dort waren. Um 21 Uhr wollten Sarah und ihr Freund nachkommen, aber die mussten sich 1,5 Stunden anstellen und dann auch noch Eintritt zahlen. Um 22 Uhr spielte dann die Vorband "The Dukes" für eine halbe Stunde. Und um 23 Uhr legte "The Subways" los und sie rockten die Bude. Es waren nicht so viele Leute da, wie ich erwartet habe, aber die Stimmung war trotzdem unglaublich. Um 00.15 war es dann leider auch schon wieder vorbei und eine Stunde später machten wir uns auf den Weg um den letzten Zug noch zu erwischen.

Am Sonntag fragte mich Deborah, ob ich mit in den Nationalpark nach Tyresta will. Nachdem die Sonne schien und schon einige Leute dort waren und davon geschwärmt haben und ich mich die letzten Tage nicht wirklich bewegt habe, musste ich nicht lange überlegen. Um halb zwei traf ich mich mit Deborah und Dominik (beide kommen aus der Schweiz, aber wir redeten trotzdem den ganzen Nachmittag auf englisch). Blöderweise hatte der Zug ein technisches Gebrechen und wir verpassten den Anschlusszug und somit den Bus, der nur jede Stunde fährt. Wir nahmen dann einen Bus, der nicht ganz so weit fährt und gingen die letzten 2 Stationen zu Fuß. Aber es war nicht so schlimm, weil auch dieser Weg schon sehr schön war. Als wir dann bei dem Park ankamen war es leider schon kurz vor 16 Uhr. Wir trafen ein paar Leute aus Flemingsberg, die schon wieder auf dem Heimweg waren. Nachdem es schon so spät war, entschlossen wir uns nur für eine kleine Runden - die sogenannte Kinderwagenrunde :D Ein ca 5 km langer, eben verlaufender, bei einem See vorbeiführender Rundweg. Es war wirklich sehr schön und wir blieben oft stehen um Fotos zu machen und nach ein bisschen mehr als einer Stunde waren wir wieder bei unserem Ausgangspunkt angelangt.


auf dem Weg zum Nationalpark

ein großer Ameisenhaufen, Dominik und Deborah

der See

Wald, Sumpf und eine Sonne, die schon am untergehen ist

zurück in Tyresta (das Dorf besteht aus ca 15 Häusern aus dem 19. Jahrhundert)

Trondheim, Norwegen

Am Freitag dem 30.09. machte ich mich frühmorgens auf den Weg zum Flughafen um nach Trondheim zu fliegen. Dort angekommen fuhr ich mit dem Bus zum Campus der NTNU, von wo mich Christoph abholte :)
Nachdem wir noch Zeit hatten, bis der Bus zu seinem Haus kam, zeigte er mir auch gleich den Campus, wo er zur Zeit studiert.
Nachdem wir dann am Nachmittag bei ihm zuhause angekommen sind, sind wir noch spazieren gegangen. Die zweistündige Runde führte uns unteranderem am Estenstaddamen vorbei. Leider hatte ich meine Kamera nicht mit, aber der See und die herbstliche Stimmung hätten ein tolles Motiv geboten.

Am nächsten Tag stand eine Wanderung bei herrlichem Wetter auf den Gråkallen an. Ich kaufte mir ein Tagesticket für die öffentlichen Verkehrsmittel (eine Straßenbahn und ein paar Busse, die nur jede halbe Stunde fahren) für unglaubliche 9 Euro. Wir fuhren mit dem Bus in die Stadt und fuhren mit der Straßenbahn bis zur Endstation, die etwas außerhalb von Trondheim liegt. Von dort begann unsere Wanderung. Nachdem wir keine Karte hatten, hatten wir am Anfang Schwierigkeiten unseren Weg zu finden. Aber nach einer halben Stunde auf gut Glück quer durch den Wald, ging es dann ohne Probleme weiter. Was einem gleich auffällt: die Norweger sind ein sehr sportliches Volk sind. Eine sehr beliebte Sportart ist der Orientierungslauf. An diesem Tag fand ein Wettkampf statt. Als wir uns gerade unseren Weg durch den Wald suchten, hörten wir es rascheln und ein paar Sekunden später sprang auf einmal ein Mann zwischen den Bäumen hervor - direkt in ein Schlammloch. Aber die Norweger sind da abgehärtet und es hat ihm sichtlich Spaß gemacht als der Schlamm bis zu den Knien hochgespritzt ist und dann lief er auch schon querfeldein weiter. Leider sind die meisten Wege alles andere als trocken. Zuerst versucht man noch dem Schlamm auszuweichen, nur irgendwann gibt man auf, weil es einfach nicht anders geht und ist froh, wenn man nur 2 cm einsinkt. Zum Glück war nur der letzte Teil auf den Berg in einem solchen Zustand. Nach drei Stunden sind wir oben angekommen und haben uns mal mit einer Jause gestärkt und einige Fotos gemacht. Etwas unterhalb vom Gipfel gibt es Hütten und die Möglichkeit mit dem Bus wieder runter zu fahren. Nachdem es nebelig wurde und es dann zu Regnen begonnen hat, wollten wir den Bus nehmen und haben eine halbe Stunde gewartet. Als er dann noch immer nicht kam, haben wir uns den Fahrplan noch einmal genauer angesehen und siehe da, der Bus fährt genau um die Zeit nicht und wir hätten noch einmal so lange warten müssen. Nachdem wir schon sehr durchgefroren waren, beschlossen wir doch wieder zur Straßenbahn zu wandern und abwärts ging es dann auch gleich viel schneller.

Trondheim von oben

Fjord

Am Sonntag zeigte mir Christoph die Stadt. Wir gingen noch einmal durch den Campus und ich sah das "berühmte" Unigebäude, das aussieht wie Hogwarts. Wir spazierten durch die Stadt und am Nachmittag trafen wir uns dann mit Maria mit der wir dann 1,5 Stunden getratscht haben. Zum Schluss besichtigten wir auch noch den Dom. Trondheim ist ein nettes Städtchen mit hübschen Häusern und vielen Brücken und in einem Tag locker zu bewältigen ;)
Auf dem Rückweg gingen wir noch beim Fernsehturm vorbei. Von dort oben hat man einen schönen Überblick über Trondheim.
Dom

Christoph und ich auf einer Holzbrücke aus dem Jahre 1685

noch einmal Trondheim von nicht ganz so weit weg

Maria, Christoph und ich

Dom von vorne


Am Montag in der Früh ging es dann leider auch schon wieder "heim" Richtung Stockholm.

Freitag, 14. Oktober 2011

Göteborg


Mein letzter Eintrag ist jetzt schon eine Zeit lang her. Das liegt unter anderem daran, dass die Uni so richtig begonnen hat und einiges zu tun ist (die letzte Nacht ist etwas länger ausgefallen. Wir mussten unser Projekt bis ursprünglich Mitternacht abgeben. Zum Glück wurde die Deadline auf 6 Uhr in der Früh verschoben. Gut für uns, weil unser Projektstatus noch nicht so weit fortgeschritten war, wie wir es gerne gehabt hätten. Um 5.57 haben wir mit zittriger Hand abgegeben und um 6.20 unseren Fehler gefunden. Blöd gelaufen)

Ich möchte euch von meinem Wochenende (16. bis 19. September) in Göteborg berichten, wo ich bekannte Familie besuchte, die von 2001 bis 2004 in unserer Nachbarschaft gewohnt hat.
Am Freitag habe ich mich mit dem Bus um ca. 11 Uhr auf den Weg gemacht. Die Fahrzeit betrug 6 Stunden. Aber die Zeit verging relativ schnell, da ich viel aus dem Fenster schaute und auf diesem Wege einiges von Schweden gesehen habe. Nach 3,5 Stunden war es Zeit für eine kurze Pause am zweitgrößten See Schwedens, dem Vättern. Um 17 Uhr kam ich am Busbahnhof in Göteborg an und wurde von Moa, Ida und Emanuel (den Kindern + Freund) abgeholt und wir fuhren zu der Wohnung von Fia. Diese ist mit 45 m² zwar nicht sehr groß, aber sehr nett und sie wird nur unter der Woche von Fia bewohnt, die in Göteborg arbeitet.
Wir schnappten die Hunde (3 Chihuahuas und 1 Maltestermischling – Dusty, die ich noch von zuhause kenne) und bestiegen den höchsten Berg Göteborgs. Da dieser nur 87 m hoch ist, war der Aufstieg nicht sonderlich beschwerlich aber sehr schön, weil es durch einen großen Park ging. Oben angekommen, hat man einen guten Überblick über Göteborg und Fia zeigte und erklärte mir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Am Abend machten wir uns noch Pizza.

Am nächsten Tag begleitete mich Fia in die Stadt, da sie meinte, dass man seine eigene Stadt meistens nicht so gut kennt und sie auch einmal Tourist spielen möchte. Zuerst kauften wir uns ein Ticket für eine Paddan-Tour. Das ist eine Bootsfahrt mit einem niedrigen Boot am Kanal, der durch Göteborg und an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten vorbei führt. Mit an Bord war ein Mann, der uns etwas darüber erzählte. Die Fahrt dauerte ca 1,5 Stunden und führt unter 20 Brücken hindurch. Wobei eine den bezeichnenden Namen „Käsehobel“ trägt.  Zum Passieren dieser Brücke mussten wir uns alle auf den Boden setzen und den Kopf einziehen ;-)
Danach spazierten wir in der Stadt herum. Wir waren in der Markthalle, wo wir leckeres Brot kauften und in der Fischhalle, wo wir eine geräucherte Makrele für das Abendessen kauften. Außerdem besichtigten wir den Stadtteil Haga, der aus netten kleinen Gässchen mit typsich nordischen Häusern und kleinen Geschäften besteht. 

Ausblick auf Göteborg vom höchsten Berg (das hohe rot-weiße Gebäude wird Lipstick genannt)

Stadtteil Haga

vor der Fischhalle


Am Sonntag traf sich dann die ganze Familie (diesmal auch mit Ulf) zum Mittagessen. Danach fuhren wir zum größten Vergnügungspark im Norden - Liseberg. Die Familie hatte Eintrittskarten von ihrer Versicherung geschenkt bekommen, die diesen Park für den ganzen Tag gemietet hatten. Leider war das Wetter alles andere als gut und es regnete stark. Zuerst besuchten wir gemeinsam das Geisterhaus. Hier geht man im Halbdunkel durch ein Haus in dem schaurige Schauspieler hervorspringen und versuchen dich zu erschrecken. Danach trennten wir uns und ich ging mit Ida und Emanuel weiter zu den verschiedenen Attraktionen. Wir hatten Glück und mussten uns nie länger als 15 Minuten anstellen. Zuerst fuhren wir mit einer Achterbahn, wobei wir nicht nach vorne schauen konnten, weil uns der Regen so peitschte. Nach einer Stunde waren wir durchnässt. Deshalb investierten wir ca. 2 Euro um in eine Trockenkabine bei der Wasserachterbahn zu kommen. Nicht mehr ganz so frierend ging es weiter. Wir fuhren mit zwei weiteren Achterbahnen: Kanonen – diese dauert nur ca. 45 Sekunden. Am schlimmsten war die Beschleunigung, der Looping dagegen war fast langweilig und mit …, einer riesigen Holzachterbahn (mit der fuhren wir gleich zwei Mal). Spektakulär war auch noch Atmosfear. Hier erlebt man den freien Fall auf 146 Metern (der höchste in Europa). Man erreicht 110 km/h und 4 G Außerdem gab es auch noch die umgekehrte Variante, wo man nach oben beschleunigt wird. Bei beiden Attraktionen hat man einen netten Ausblick auf Göteborg. Ein Fahrgeschäft aus den 50ern wurde natürlich auch ausprobiert und noch einige mehr. Der Park schließt um halb acht und wir huschten um 19.29 noch schnell durch den Zugang der Achterbahn mit der wir zu Beginn gefahren sind. 

Ulf, Ida, Moa, Emanuel und Fia in Liseberg vor dem Geisterhotel


Montag um 8 in der Früh ging es mit dem Zug zurück nach Stockholm. Ich habe das Wochenende sehr genossen :)

Donnerstag, 8. September 2011

Sightseeing, Utö, Fyrverkerikonsert

Der letzte Blogeintrag ist jetzt schon eine Weile her. Das liegt unter anderem daran, dass die Uni begonnen hat. Nachdem ich in ein paar Kurse reingeschnuppert habe, habe ich mich jetzt festgelegt. Das ganze läuft hier etwas anders ab als zuhause. Auch hier gibt es eine Plattform wo die Angaben zur Verfügung gestellt werden und die Lösungen hochgeladen werden müssen.
Ich glaube, ich habe mein Lieblingsgebäude schon gefunden - Building Q. Hier gibt es einen der vielen Computerräume auf dem Campus. Jeder ist mit einem Drucker ausgestattet (jedem Student stehen 400 Blatt gratis zur Verfügung), einem Whiteboard mit Stiften und viel Platz. Außerdem gibt es in Q auch noch einen Leseraum, Gruppenräume (hier kann man sich zB mit seiner Projektgruppe treffen und Besprechungen abhalten und stört andere Studenten nicht und wird nicht gestört) und diverse Sitzmöglichkeiten (natuerlich gepolstert).
Die Vortrtagenden sprechen alle ausgezeichnet Englisch und sind sehr nett. Zum Beispiel hat einer eine Umfrage gestartet, wann wir welche Kurse haben, damit er seine Vorlesung verschieben kann um möglichst wenige Konflikte zu erzeugen. Außerdem habe ich angefragt, ob man einen Kurs der eigentlich auf Schwedisch gehalten werden sollte, nicht auf Englisch machen könnte. War gar kein Problem :)
Dafuer wird meistens verlangt, dass man sich mit dem Stoff schon vor der Vorlesung auseinandersetzt und auch danach gibt es einiges zu lesen und lernen.
Die erste Hausuebung habe ich schon abgeben müssen und Projektgruppen wurden geformt. Ich bin also schon im Unialltag angekommen.
Am Dienstag hatte ich frei und nutzte die Zeit um die Stadt unsicher zu machen. Es hat zum Glück zum Regnen aufgehört, als ich in der Stadt ankam. Dank des Wetters waren die Straßen von Gamla Stan (= Altstadt) leer. In den Sommermonaten werden diese nämlich von Touristen verstopft. Ich besuchte das Stadshuset (dass ich von der einen Seite ja schon vom Kajakfahren kannte), die Insel Riddarholmen und die Altstadt. Noch immer sind einige sehenswerte Punkte offen.
Innenhof des Stadshuset

durch die kleine Öffnung links mussten wir mit den Kajaks durch

Kirche der Miniinsel Riddarholmen

Gasse in der Altstadt

Tyska kyrka = Deutsche Kirche
Fuer Samstag und Freitag haben wir (sechs Leute aus meinem Haus) eine Hütte im Schärengarten auf der Insel Utö gemietet. Peters Udde ist eigentlich nur für 4 Personen, war aber so gross und gut ausgestattet, dass wir auch zu sechst genügend Platz hatten. Utö (10 mal 3,5 km gross mit 230 Bewohnern)ist eine relativ touristische Insel, aber von dem haben wir nichts mehr mitbekommen, weil die Sommersaison Ende August aufhört. Nach insgesamt zweistündiger Zug-, Bus- und Fährenfahrt mit schwerem Rucksack (immerhin mussten wir uns zwei Tage selbst versorgen), kamen wir auf der Insel an. Wir mieteten uns Fahrräder (ohne Gangschaltung, was sich später als nicht die beste Idee herausstellte, aber es war billiger). Mit dem Rad mussten wir eine Strecke von 4,5 Kilometer bis zu unserer Hütte zuruecklegen. Die Strassen dort sind nicht geteert, es gibt viele Schlaglöcher und Steine und es geht bergauf und bergab. Auf dem Weg sind uns zwei Autos begegnet und eine Handvoll Radfahrer. Nachdem wir unsere Hütte gefunden haben, haben wir einfach mal nichts gemacht und uns in die Sonne gelegt (wir hatten Glück mit dem Wetter, ca 20 Grad) und die unglaublich schöne Landschaft  und die Ruhe genossen. Wir hatten eine kleine Huette (1932 erbaut) mit einem Doppelbett und eine grosse Huette mit Küche, Kamin (Holz stand schon bereit), Esstisch, (Schlaf-)Couch, Bad und Klo (ohne fließendes Wasser ;) ). Die Küche war super ausgestattet mit Töpfen, Pfannen, Teller, Besteck, Wasserkocher, Kaffeemaschine, Gläser etc. Es gab sogar ein Buegelbrett und -eisen in der Hütte. Ausserdem gehörte zu unserem "Anwesen" eine Sauna und ein Boot. Das Boot konnten wir leider nicht benutzen, weil ein Ruder fehlte. Dafür genossen wir die Sauna. Auch hier stand schon Holz bereit und wir mussten nur anheizen und warten. Von der Sauna ins erfrischende Wasser waren es nur ein paar Meter. Am Abend kochten wir Spagetthi mit Tomaten und Mozarella. Mir wurde Skart erklärt und dank meines Anfängerglücks hab ich sogar gewonnen. Die Nacht war sternenklar und wir suchten Sternbilder (war lustig: "Siehst du den Stern da?" - "Welchen?" - "Den hellen" - "Ja, ich glaub schon" - "Gut, wenn du von dem zwei Sterne nach links und vier nach oben gehst, siehst du den untersten Stern vom Drachen"...). Ausserdem sahen wir Sternschnuppen (die anderen drei, ich nur eine, weil ich immer in die falsche Richtung geschaut habe).
Am nächsten Tag genossen wir ein ausgedehntes Frühstück in der Sonne und schwangen uns dann auf unsere Räder um den Süden der Insel zu erkunden. Dort befindet sich ein Militärübungsgebiet. Man hat ein etwas eigenartiges Gefuehl, wenn alle paar Meter ein Schild am Wegesrand steht mit "Lebensgefahr" (den Rest hab ich nicht verstanden). Aber außer zwei Panzer auf einem Gelände hat sonst nichts darauf hingewiesen. Nach einer Stunde Fahrt erreichten wir einen wunderschönen, hellen Sandstrand. Leider war es zu kalt und wolkig an diesem Tag um Schwimmen zu gehen. Auf dem Rückweg holten wir unsere Rucksäcke und fuhren Richtung Hafen. Bergauf riss auf einmal die Kette eines Rades. Zum Glück waren wir nicht mehr weit von unserem Ziel entfernt und es ging auch die meiste Zeit bergab (gebremst wurde mit den Füßen). Als kurzzeitiges Andenken habe ich einen Zecken mitgenommen...

unsere Unterkunft

vor unserer Haustür

über Stock und Stein
Meditation
Sandstrand



Am Dienstag Abend stand noch eine Exkursion des Kurses Swedish Society, Culture and Industry in Historical Perspective nach Skansen an. Es war mein zweiter Besuch in dem Freiluftmuseum. Aber dieses Mal haben wir uns nur 4 spezielle Gebäude angesehen und genossen eine unterhaltsame und kompetente Führung.
 
Am Mittwoch fand von 19 bis 21 Uhr das Fyrverkerikonsert der KTH in der schönen Anlage zwischen den Hauptgebäuden statt. Nachdem es den ganzen Tag geregnet hatte, kam am Abend zum Glück noch die Sonne raus. Das Konzert war ein netter Mix: Jazziges mit Tanzeinlage, Stevie Wonder, Puccini, Verdi und zum Schluss Händel. Zwischendurch habe ich mir einen leckeren Kakao (heiße Milch mit Schokolade am Stiel) gegönnt, nachdem es doch nicht mehr so warm ist und es eine Open-Air-Veranstaltung war. Zu Händels Feuerwerksmusik gab es dann eines der größten Feuerwerke, das ich jemals gesehen habe. Zirka 20 Minuten lang war der Himmel erhellt und jedes Mal, wenn wir dachten, dass das jetzt das Finale war, weil es schon so spektakulär war, legten sie noch eins drauf.
http://www.youtube.com/watch?v=l0ffUBienoM
Anschließend gingen wir noch in ein nettes Pub namens Carmen.


Sonntag, 28. August 2011

Kajak fahren (again), Club opening, Schwedischprüfung

 Am Dienstag nach dem Schwedischkurs bin ich mit einigen Leuten auf die Insel Kungsholmen gefahren um Kajaks auszuborgen. Ja, zum zweiten Mal ;-) Aber dieses Mal mit einem Doppelkajak. Ich finde es ist eine schöne Art Stockholm zu erkunden. Vielleicht nicht die schnellste und bequemste, aber sicher eine der interessanteren. Nachdem ich beim ersten Mal hauptsächlich Natur bewundern konnte, entschlossen wir uns die Insel Kungsholem zu umrunden und damit mitten im Zentrum von Stockholm zu paddeln. Zuerst gab es eine genaue Erklärung und Trockentraining. Danach hatten wir zwei Stunden Zeit für unser Vorhaben. Es ist sich locker ausgegangen inklusive Fotostopps (Fotos folgen, muss sie mir erst von den anderen organisieren).

Trockentraining

Max und ich vor dem Stockholmer Stadshus (Rathaus), in dem jährlich das Nobelfest stattfindet

erschöpft aber glücklich nach unserer Umrundung

Am Mittwoch hatten wir zum letzten Mal Schwedischkurs. Einerseits bin ich froh, dass ich jetzt nicht mehr jeden Tag um 7 aufstehen muss, andererseits ist es schade, dass ich meine Mitstreiter nicht mehr so oft sehen werde. Am Abend war ich zu einem BBQ in Kungshamra eingeladen (neben Lappis der zweite große Studentenheimkomplex in der Nähe der Uni). Anschließend machten wir uns auf den Weg zum Viper Club, wo das große Club Union Opening statt fand. Beginn war um 21 Uhr. wir waren um 22.45 dort und mussten uns in eine lange Schlange einreihen. Die Stimmung war nach über einer Stunde anstellen dann nicht mehr die beste. Drinnen war es extrem heiß und relativ voll. Trotzdem war es dann noch recht nett. Es wurde getanzt (unter anderem Limbo) und geredet. Um halb drei trat ich meine Heimreise an und war nach ermüdender Fahrt mit den Nachtbussen um 4 Uhr im Bett.

Am Donnerstag stellte sich heraus, dass ich wohl zu viel geredet bzw. zu laut geredet habe im Club. Meine Stimme war so gut wie nicht vorhanden und am Freitag komplett weg. Aber halb so schlimm, ich musste ja sowieso Schwedisch lernen für die Prüfung am Samstag.
Am Abend wollte ich Palatschinken machen und habe Filmjölk (mjölk = Milch) gekauft. Als ich sie zuhause öffnete, stellte sich heraus, dass es nicht wie vermutet Vollmilch ist, sonder Sauermilch. Ich fand dann heraus, dass ich nicht die erste war, die diesen Fehler gemacht hat ;-)

Nachdem ich am Freitag viel Tee und heiße Zitrone getrunken und Hustenzuckerl gelutscht hab, war am Samstag meine Stimme auf wundersame Weise wieder da :-) Um 9 Uhr saß ich mit meinen Gruppenkollegen in einem Raum im Hauptgebäude und wartete gespannt auf die Schwedischprüfung. Das ganze erinnerte mich ein wenig an die Matura. Wenn man auf die Toilette musste, hat man sich in einer Liste eintragen müssen. Dort wurde genau notiert wie lang man gebraucht hat ;-) Die Prüfung bestand aus einem ca. 10-seitigem Grammatikteil und einem Aufsatz mit mindestens 200 Wörtern. Ich wählte das Thema "Mein Tag und meine Interessen in Stockholm" und schaffte sogar 212 Wörter. Wie viele Fehler ich eingebaut habe, wird sich demnächst herausstellen. Wir hatten vier Stunden Zeit, aber die meisten, einschließlich mir, gaben schon nach ca. drei Stunden ab.
Am Samstag war herrliches Wetter und wir fuhren gleich anschließend zu einem Strand. Auch die meisten Stockholmer nutzten das schöne Wetter und es waren ziemlich viele Leute dort und auch viele Boote auf dem Wasser unterwegs. Vielleicht war dies die letzte Möglichkeit zum Baden. Der Wetterbericht sagt regnerisches, kühles Wetter voraus.
Am Abend waren wir dann noch in Trädgarden, einem Sommeropenairclub, der den letzten Tag geöffnet hatte. Es erwartete uns wieder einmal eine Schlange am Eingang. Doch wir hatten Glück und mussten nur 20 Minuten warten und kamen eine Minute vor zehn noch rein (vor 10 Uhr muss man 50 SEK zahlen, danach 100, also ca. 11 Euro). Das Ambiente dort war echt super. Der Club befindet sich unter einer Brücke (unteranderem fährt hier auch die Tunnelbana drüber), es gab viele Sitzgelegenheiten (bunt zusammengewürfelte Sofas) und gute Musik. Das Trinken war wie überall in besseren Clubs sehr teuer. Trotzdem schade, dass wir keine Möglichkeit mehr haben noch einmal hinzugehen.

Fast nicht zu glauben, dass schon 4 Wochen vergangen sind. Morgen fängt offiziell die Uni an und ich hab mir natürlich den Kurs ausgesucht, der um 8 Uhr beginnt ;-)

Der erste Besuch hat sich für Oktober angekündigt. Freu mich schon!

Sonntag, 21. August 2011

Open-Air cinema, Kurztrip nach Tallinn


Am Donnerstag war es Zeit für meinen zweiten IKEA Besuch. Ich hab mir den Arbeitssessel Moses gekauft, weil auf Dauer werden die Holzcampingsessel doch etwas ungemütlich. Außerdem hab ich mir einer zusätzlichen Lampe für die leider viel zu früh kommenden finsteren Tage gekauft.

Am Abend fuhr ich dann mit einigen Leuten aus meinem Haus nach Rålambshovsparken. Dort wurde an sechs Abenden jeweils ein Film gezeigt - gratis. Das ganze war als eine Art Picknick geplant. Das heißt es gab keine Sessel, sondern man musste im Gras sitzen (was auf Dauer etwas ungemütlich wurde). Am Donnerstag haben sie Black Swan in Originalfassung mit schwedischen Untertiteln gezeigt. Wir waren schon 1,5 Stunden vor Filmbeginn dort um ein schönes Fleckerl Erde zu ergattern. Kurz darauf hat es für eine halbe Stunde relativ stark zu Regnen begonnen. Zum Glück war ich gut ausgestattet mit Handtuch und Decke. Leider war der Ton etwas leise. Deshalb habe ich öfter die Untertitel mitgelesen und festgestellt, dass sich der Schwedischunterricht schon bezahlt gemacht hat.

Open-Air Kino


Vor zwei Wochen hat jemand auf Facebook vorgeschlagen dieses Wochenende mit der Fähre nach Tallinn zu fahren. Der Vorschlag fand bei den Austauschstudenten großen Anklang. Zuerst wollte ich nicht mitfahren, weil der Zeitplan folgendermaßen aussah: 17 Stunden mit der Fähre nach Tallinn, Ankunft Samstag um 10 Uhr, Aufenthalt bis 17.30, Rückfahrt nach Stockholm, Ankunft dort am Sonntag um 10 Uhr. Der Besuch von Tallinn stand auf meiner TODO-Liste, jedoch wollte ich ein ganzes Wochenende dort verbringen. Schlussendlich hab ich mich doch dazu entschieden mit den anderen mitzufahren nachdem ich gehört habe, dass über 100 Studenten sich schon angemeldet haben (Gruppenzwang). Für 20 Euro bekam man einen Platz in einer 4er Kabine. Ich teilte sie mir mit einer anderen Österreicherin, einer Mexikanerin und einer Australierin. Der Platz war beschränkt, aber für das Wochenende ausreichend, nachdem wir uns auch nur zum Schlafen in der Kabine aufhielten. Das
Schiff war riesig, ein richtiges Kreuzfahrtschiff mit 10 Decks. Mit an Bord waren ein Tax-free Shop, Sauna, diverse Resteraunts, Karaokebar, eine zweistöckige Bar wo am Abend Shows stattfinden und eine Disko. Das heißt die 17 Stunden Fahrt waren alles andere als langweilig :)
In Tallinn angekommen, gingen wir in ein Pancake-Restaurant frühstücken. Für 4,30 Euro aß ich Pancakes mit Vanillesoße und Apfelstücken und dazu einen leckeren Kako. Die Pancakes waren richtig gut und es war soviel, dass nur die wenigsten ihre Portion verspeisen konnten. Danach schlossen wir uns einer Stadtführung an. Das Mädel hat die Führung sehr gut gemacht und uns die wichtigsten Gebäude/Sehenswürdigkeiten in der Altstadt gezeigt und uns mit Hintergrundinformationen dazu versorgt. Nachdem am Samstag das 20-jährige Unabhängigkeitsjubiläum war, waren die meisten Museen geschlossen (von dem abgesehen, dass wir sowieso keine Zeit gehabt hätten, eines anzusehen) und an jedem Haus eine Flagge angebracht. Nach zwei Stunden war die Führung vorbei und wir marschierten auf eigene Faust noch ein wenig durch die Stadt bevor wir uns auf den Weg zu einem Einkaufszentrum machten. Dort haben wir zuerst gegessen und sind dann in einen Supermarkt (die Preise dort waren denen in Österreich sehr ähnlich, verglichen mit Schweden billig). Die einstündige Zeitverschiebung wurde uns fast zum Verhängnis, weil wir um 4 Uhr schwedische Zeit drauf gekommen sind, dass es eigentlich schon 5 ist und wir in einer halben Stunde am Schiff sein müssen.
Fazit: Tallinn hat eine wunderschöne, sehenswerte Altstadt. Leider hat die Zeit nicht gereicht mir alles  anzusehen, was ich sehen wollte. Trotzdem möchte ich diesen Ausflug nicht missen.

Unsere Kabine (die Betten waren zum Herunterklappen)

Kurz nach der Abfahrt in Stockholm

leckere, günstige Pancakes

Tallinn

Restaurant in dem wir am Nachmittag gespeist haben (mit Blick auf die Altstadt). Auf dem Foto vertreten: Deutschland, USA, Slovakei, 2 Mal Irland und 2 Mal Österreich




Montag, 15. August 2011

Picknick im botanischen Garten, Kajak/Kanu fahren, Swedish Dinner

Am Freitag ging es gleich nach dem Schwedischkurs zum botanischen Garten, welcher sich in der Nähe von Lappis (ein riesiger Studentenheimkomplex mit eigenen Geschäften und Restaurants in Uninähe) befindet. Dort verspeisten wir in schöner Umgebung unsere mitgebrachte Jause und gingen anschließend zu einem Strand, wo die Möglichkeit zu baden bestand. Außerdem hat die Student Union drei Kanus für den ganzen Tag gemietet. Diese bieten Platz für drei Personen. Für 20 SEK (2,15 Euro) pro Person durften sich Christina, ein Typ den wir dort aufgegabelt haben und der auch mitfahren wollte und ich für 1h 20 min ein Paddel schnappen. Also nichts wie rein ins Kanu und lospaddeln. Oder so. Zugegeben, wir hatten einige Schwierigkeiten gerade aus zu fahren, weil wir ja zu dritt waren und deshalb die Paddelkraft nicht gleichmäßig verteilt war. Obwohl keiner von uns vorher Kanu fahren war, haben wir es dann intuitiv richtig gemacht. Die hinterste Person wurde zum Steuermann erklärt oder in unserem Fall zur Steuerfrau. Ich durfte diese herausfordernde Aufgabe übernehmen. Wir paddelten gemütlich in der Gegend rum, merkten aber am Ende schon, dass es etwas anstrengend war.
Am Abend um 21 Uhr stand eine Party in Lappis an zu der sich so ziemlich alle Austauschstudenten angekündigt haben. Die Leute aus meinem Haus wollten unbedingt schon früh dort sein, weil sie Angst hatten, dass wir wegen Platzmangels nicht mehr in das Pub reingelassen werden. Also nahmen wir den Zug um halb neun und waren um kurz vor 22 Uhr dort. Blöderweise war außer uns noch niemand dort ;-) Dies änderte sich jedoch in den nächsten zwei Stunden und das Pub war gerammelt voll. Ich wollte den vorletzen Zug erwischen, aber der Bus hatte Verspätung, daher konnte ich der U-Bahn nur mehr winken und verpasste somit den Zug, musste 20 min auf die nächste U-Bahn warten und dann noch 15 min auf den letzten Zug. Ich freue mich schon, wenn der Sommerplan wieder auf den normalen Plan umgestellt wird. Angeblich fahren dann die Öffis regelmäßiger.

Am Samstag läutete der Wecker nach 4 Stunden Schlaf um 7. Wir (11 Leute) haben uns Singlekajaks für den ganzen Tag gemietet und die Burschen waren so motiviert, dass sie vorgeschlagen haben von 10 bis um 17 Uhr zu fahren. Um halb elf hatte dann jeder sein Kajak soweit bereit, dass wir lospaddel konnten. Für alle, die sich jetz fragen, was der Unterschied zwischen Kanu und Kajak ist: ein Kajak hat ein Doppelpaddel und beim Kanu fahren hat man nur ein einfaches. Nach 20 min gab es den ersten Zwischenfall. Matthias kippte mit seinem Kajak um. Mit Müh und Not und Hilfe von zwei anderen konnte er sich wieder ins Kajak hieven, aber dieses war jetzt voller Wasser. Wir mussten eine Stelle suche, wo er an Land gehen und das Boot umdrehen konnte. Um halb zwölf verspürten alle schon Hunger und wir suchten uns einen Strand, wo wir die Kajaks an Land zogen und jausneten und entspannten. Nach einer Stunde Pause haben wir uns schon wieder auf den Rückweg gemacht. Um zwei wollten dann schon alle die Kajaks zurückgeben. Ich und Thomas wollten aber noch ein wenig paddeln. Blöderweise befindet sich der Verleih in einer Art Bucht, welche sehr langezogen ist. Es blieb uns nichts anderes übrig, als dort im Kreis zu fahren ;-) Um drei gaben auch wir unsere Kajaks zurück. Mit den Flemingsberg-Mädels machte ich mich dann auf den Weg nach Hause.

Am Abend stand für alle, die ein Ticket ergattern konnten (22 Euro), das Swedish Dinner am Programm. Als Vorspeise wurde Gazpacho mit Knoblauchcroutons und Oliven serviert. Hauptgang war ein mit Thymian und Knoblauch mariniertes Huhn und als Beilage gebratenes Wurzelgemüse und Tzatziki. Als Nachspeise gab es einen Schokokuchen mit Schlag. Leider war ich vom Essen etwas enttäuscht. Erstens war es kein typisch schwedisches Essen und zweitens war alles kalt (auch das Huhn war Kühlschrankkalt) und der Schokokuchen etwas hart. Im Preis inbegriffen war ein kleines Glas Weißwein zu Beginn, ein kleines Bier (habe ich hergeschenkt) und 2 Stamperl Hochprozentiges. Das Rahmenprogramm war recht unterhaltsam. Jeder Gast bekam ein Song-Book und wir sangen gemeinsam diverse Lieder: schwedische, Oldies, lustige wie Birth control (Melodie von Yesterday). Und jeder hatte die Möglichkeit sich zu melden und etwas zum Abend beizutragen. Danach fand die After Party statt, zu der jeder kommen konnte. Die hat mir sehr gut gefallen, es waren sogar DJs engagiert. Mit dem letzten Zug ging es dann ab nach Hause.

Am Sonntag hieß es dann ausschlafen und nichts tun. Am Abend saßen wir noch kurz auf unserer Terasse zusammen und ich musste dann noch meine schwedisch Hausübung erledigen. Ich habe übrigens wieder beim zweiten Anlauf ein P auf meinen zweiten Aufsatz bekommen. Bis morgen müssen wir den dritten mit 200 Wörtern abgeben.

Heute, Montag der 15. August (kein Feiertag in Schweden), beschlossen ein paar Leute aus dem Schwedischkurs und ich, dass es mal wieder Zeit ist Tourist zu spielen. Zuerst waren wir in einem wunderschönen, alten Park in KTH-Nähe und jausneten und dann machten wir uns auf den Weg in die Stadt. Wir besichtigten die zwei kleinen Inseln Skeppsholmen und Kastellholmen, die durch eine Brücke miteinander verbunden sind und früher die Marinebasis beherbergten. Außerdem waren wir auch kurz im Kunglika Slottet (königliches Schloss): "Die Büros des schwedischen Königs Carl XVI. Gustaf und anderer Mitglieder der königlichen Familie befinden sich im Schloss. Es dient dem König zu repräsentativen oder zeremoniellen Zwecken während der Ausübung seiner Pflichten als Staatsoberhaupt." (Wikipedia) Ich war schon zu erschöpft um mir die Museen anzusehen, die dort beheimatet sind. Aber ich werde sicher noch einmal dorthin zurückkehren, außerdem gibt es noch so viel zu sehen in der Altstadt.

unser Kanu

während die andern zwei paddelten, hatte ich Zeit für ein Foto ;-)

Pause vom Kajak fahren (die Kajaks sieht man im Hintergrund liegen)


Kungliga Slottet

Verbindung zwischen Skeppsholmen und Kastellholmen


auf Skoppfholmen befindet sich das Museum für moderne Kunst